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"Naturpark Taunus"

Wanderer suchen das Abenteuer

Fichtensterben hat auch Folgen für den Naturpark
Der Naturpark Taunus ist Eigentümer der Kirchenruine Landstein, die jüngst mit Fördergeldern von Land und Bund bedacht wurde. Doch zu seinem Aufgabengebiet gehört noch weitaus mehr.Das Fichtensterben im Taunus ist derzeit ein wichtiges Thema. Auch den Naturpark Taunus, dessen Geschäftsführer Uwe Hartmann ist, beschäftigt es. „Der Wald wurde in Mitleidenschaft gezogen. Wir wissen, dass Hessen Forst einige Jahre braucht, um die Schäden zu beheben“, sagt Hartmann. „Wir reden von Jahrzehnten“, fügt er noch an. Natürlich seien die kahlen Stellen im Wald auch für Wanderer kein schöner Anblick.Das Naturparkgebiet (rund 135 000 Hektar) sei insbesondere im Bereich des Mittelgebirgsrückens des Hochtaunus zur Lahn hin durch große zusammenhängende Wälder geprägt. Das ist dem Naturparkplan zu entnehmen, der in diesem Spätsommer veröffentlicht wurde. Der Waldanteil macht mit 48 Prozent rund die Hälfte der Naturparkfläche aus. Aber auch landwirtschaftliche Nutzung spielt im Naturpark Taunus eine wichtige Rolle. Grünland und Ackerbau nehmen einen Anteil von 33,4 Prozent ein.Das Fichtensterben führt zu mehr Holzabfuhr, und die Lkw, die das Holz transportieren, fahren nicht nur über Bundes- und Landstraßen. Sie nutzen zum Teil auch die Infrastruktur des Naturparks wie Wanderparkplätze, um Holz zu verladen. „Wir bekommen dann vorab eine Info, dass es zum Beispiel am Winterstein eine Sperrung gibt.“ Den Termin verbreite der Naturpark wiederum über die Zeitung und soziale Medien. Das Miteinander mit Hessen Forst bezeichnet Hartmann als „sehr gut“.Ein Zehn-Jahres-Plan:
Der Naturparkplan schreibt die Ziele für die kommenden zehn Jahre fest. An diesem hat auch Försterin Hermine Link mitgearbeitet. Sie war seit Mai 2015 zur einen Hälfte Hartmanns Stellvertreterin und zur anderen Mitarbeiterin im Forstamt Weilrod. Nun ist sie wieder zurück bei Hessen Forst, wie die Pressestelle des Hochtaunuskreises auf Nachfrage mitteilte. Die Arbeit des Naturparks wird maßgeblich durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt, vor allem bei der Landschaftspflege und der Instandhaltung.Und wie sieht die Personalsituation insgesamt aus? „Bis zum 30. Juni 2019 hatte der Naturpark zwölf Frauen und Männer im Einsatz, danach und noch bis zum 31. Dezember 2019 waren es zwei Stellen weniger. Ab dem 1. Januar 2020 kommt wieder eine forstliche Beratung hinzu“, informiert Andrea Herzig. Nicht alle Stellen seien Vollzeitstellen. Seit September werde der Naturpark ferner von einem FÖJler unterstützt.Aufgabenteilung mit TTS:
Der Auftrag des Naturparks liegt in der Besucherlenkung, Ausweisung und Pflege von Wanderwegen und Förderung des Tourismus im Taunus-Gebiet, erläutert der Geschäftsführer. Wobei für den Tourismus streng genommen der Taunus-Touristik-Service (TTS) zuständig sei, denn er vermarkte die Erholungsanlagen und Angebote, die der Naturpark wiederum vorhalte, so Hartmann. „Das Wandern erfreut sich immer größerer Beliebtheit, auch bei Familien. Wir bieten zu unseren Qualitätswanderwegen, zwischen 35 und 40 Kilometern, auch kurze Themenwege und Lehrpfade an.Wir haben etwa im Main-Taunus-Kreis den Lehrpfad Bremthal wieder optimiert, saniert und hergerichtet. Das sind alles Aufgaben, um Familien Erholung in der Natur zu ermöglichen“, so Hartmann. Die Ansprüche der Wanderer von heute seien andere als noch vor fünf oder zehn Jahren. „Heute sollte ein Wanderweg von einem Thema begleitet sein. Die Themenwanderwege erfreuen sich großer Beliebtheit.“ Nichtsdestotrotz wolle der Wanderer aber auch heute wie vor zehn Jahren vielfältige Natur erleben und vor allen Dingen die Ruhe genießen.Im Usinger Land, dem der Naturpark laut seinem Naturparkplan auch ein größeres Augenmerk widmen möchte, sind übrigens die Wanderwege Wildschweinroute (Neu-Anspach) und der Weiltalweg (Schmitten/Weilrod) beliebt, aber auch der Limeserlebnispfad, der über die Saalburg führt, und der Taunus-Schinderhannes-Steig, der im benachbarten Kelkheim startet, sind gefragt, weiß Hartmann.Das eine sind die Wanderwege, die der Naturpark beschildert. Aber es gibt auch immer mehr Wege, die zum Beispiel Wanderbuch-Autoren auf eigene Faust entwickeln. Da müsse man differenzieren, so Hartmann: Wege ausweisen, also markieren, dürfe nur der Naturpark. Er statte sie auch mit Infrastruktur wie Bänken aus. Das andere seien dann die Wegebeschreibungen, die jedem offenstehen.Übrigens hatte der Naturpark Hochtaunus, der 1969 als Zweckverband gegründet wurde, seinen Sitz damals in Usingen. In Naturpark Taunus wurde er 2013 umbenannt. Mitglieder des Zweckverbandes sind der Hochtaunuskreis, der Lahn-Dill-Kreis, der Landkreis Gießen, der Landkreis Limburg-Weilburg, der Main-Taunus-Kreis, der Wetteraukreis und die Stadt Frankfurt.
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Quelle
Taunus Zeitung
erschienen am
14.11.2019
Autor
Nina Fachinger
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